Erstwähler bei der Bundestagswahl – „Jetzt fühle ich mich repräsentiert!“

Finn und Laurenz aus der Q2 dürfen zum ersten Mal bei der Bundestagswahl ihr Kreuz setzen.

Zwei unserer Erstwähler bei der Bundestagswahl 2021

1. Ihr dürft zum ersten Mal wählen. Wie fühlt sich das für euch an?

Laurenz: Ich habe großen Respekt vor der Wahl, da meine Entscheidung Einfluss auf die Zukunft unseres Landes oder wohl eher gesagt unserer ganzen Welt hat. Trotzdem freue ich mich sehr darauf, das erste Mal meine Kreuzchen zu setzten, da ich nun eine Möglichkeit habe, in der Politik gehört zu werden.

Finn: Für mich ist es keine komplett neue Erfahrung, da ich schon bei der Juniorwahl in der Schule und der  Kommunalwahl im letzten Jahr wählen durfte. Trotzdem ist es ein schönes Gefühl für mich, jetzt meine Stimme für die Bundestagswahl abzugeben. Denn jetzt fühle ich mich repräsentiert.

2. Habt ihr eure Entscheidung schon gefällt oder seid ihr noch unentschlossen?

Laurenz: Ich war sehr lange unentschlossen, da es nicht die eine Partei gibt, die genau meine Interessen widerspiegelt. Deswegen ist es schwierig, eine Entscheidung zu treffen. Nun habe ich aber eine Partei, bei der ich weiß, dass sie ähnliche Interessen vertritt.

Finn: Ich war vor ein paar Wochen noch sehr unentschlossen. Nach einiger Auseinandersetzung mit den Parteien und ihren Programmen war es für mich aber schnell sicher, wie ich mich entscheiden werde.

3. Wie habt ihr euch bisher auf die Wahl vorbereitet?

Laurenz: In der Schule haben wir uns mit den Wahlprogrammen verschiedener Parteien befasst. Daher habe ich mich auf diversen Internetseiten über die Wahlprogramme informiert. Zudem habe ich den Wahl-o-mat gemacht, wodurch ich eine Partei vorgeschlagen bekommen habe, die mit meinen Interessen übereinstimmt. Von ein paar vereinzelten Parteien habe ich sogar Post bekommen.

Finn: Ich habe sowohl Zuhause als auch im Rahmen des Sowi-Unterrichts die langen Programme der Parteien durchgelesen und habe dabei vor allem auf meine persönlichen Interessen, aber auch auf zukünftige Herausforderungen und wie die Parteien damit umgehen wollen, geachtet.

4. Ist die Bundestagswahl bei euch im Freundeskreis auch ein Thema oder sprecht ihr nicht so häufig darüber?

Laurenz: Auf jeden Fall! Häufig kommt es vor, dass wir aufgrund von unterschiedlichen Ansichten intensiv über das Thema Bundestagswahl diskutieren.

Finn: Tatsächlich konnte ich mit vielen unterschiedlichen Leuten in meinem Alter über die Wahl und deren sowie meine Ansicht darauf sprechen. Ich hätte auch nicht gedacht, dass es sogar einigen sehr wichtig ist, die selbst noch nicht wählen dürfen.

5. Der jüngeren Generation wird häufig vorgeworfen, dass sie sich nicht für Politik interessiert. Nehmt einmal Stellung zu dem Vorurteil!

Laurenz: Dieses Vorurteil erkenne ich als falsch. Ich denke, dass so ziemlich jeder Interesse an Politik hat, aber nicht jeder weiß, wie man sich in die Politik einbringt. Meiner Meinung nach ist unsere Politik nicht attraktiv genug für die Jugend gestaltet, sodass viele denken, dass sie sich nicht dafür interessieren, obwohl das gar nicht stimmt. Unsere heutige Politik ist noch nicht kompatibel genug für die Jugend. Das muss sich unbedingt ändern.

Finn: Die jüngere Generation wird oft in eine bestimmte Schublade gesteckt. Dabei gibt es in meiner Altersgruppe genauso viele, die sich nicht für Politik interessieren, wie in anderen Altersgruppen auch. Umgekehrt stelle ich immer wieder fest, dass sehr Viele bereits lange vor dem Ausfüllen des ersten Stimmzettels ein sehr gutes Verständnis von Politik und den Parteien haben und sich auch eine eigene Meinung dazu bilden können.