„Deutsche Einheit als Geschenk“ - Zeitzeugenforum zur deutschen Wiedervereinigung am St. Antonius Gymnasium

 

„Deutsche Einheit als Geschenk“ - Zeitzeugenforum zur deutschen Wiedervereinigung am St. Antonius Gymnasium   „Deutsche Einheit als Geschenk“ - Zeitzeugenforum zur deutschen Wiedervereinigung am St. Antonius Gymnasium 

Am Donnerstag, den 22. September, nahmen die Q1 und Q2 des St. Antonius Gymnasiums, sowie weitere BesucherInnen am Zeitzeugenforum zur deutschen Wiedervereinigung teil. Die Zeitzeugen waren Herr Bickhardt, Frau Hübner und Herr Doktor Eisel.

Um 18 Uhr gab es zum Einstieg in die Veranstaltung eine Umfrage, welche Wörter man mit der deutschen Wiedervereinigung verbindet. Häufig genannt wurde hierbei der Mauerfall, die DDR und die BRD.

Anschließend kam Herr Doktor Eisel, welcher der stellvertretende Leiter des Kanzleramtes unter Helmut Kohl war, zu Wort und berichtete von der Zeit vor, sowie von dem Tag des Mauerfalls. Besonders prägnant war hierbei der Anruf, von dem er erzählte, bei dem Helmut Kohl die Nachricht erhielt „Herr Bundeskanzler, die Mauer ist aufgemacht worden“, da er selbst zu dem Zeitpunkt eine Rede hielt.

Als Nächstes schilderte Herr Bickhardt, einer der Gründer der Bürgerbewegung „Demokratie“, sein Leben in der DDR, das von Widerstandshandlungen geprägt war. Schon in jungem Alter erkannte er das Unrecht der Politik, unter anderem aufgrund seiner fünf aus dem Osten geflüchteten Familienmitglieder. Er stand immer für den Widerstand ein und trug auch dazu bei, dass die Wahlfälschung der SED in der DDR aufgedeckt wurde.



Des Weiteren gab es eine von Frau Bauhus, der Geschäftsleitung der VHS Kreis Lüdinghausen, geleitete Podiumsdiskussion, bei der Frau Hübner von ihrer Flucht in den Westen berichtete. Diskutiert wurde auch die Frage nach den Gewinnern und Verlierern der deutschen Einheit, bei der sich nicht alle Diskutanten einig waren.

Als die Podiumsdiskussion für das Publikum geöffnet wurde, antwortete Herr Bickhardt auf die Frage, wie er Freiheit in der DDR erlebte, dass man „Freiheit dort wo man Widerspruch übte“ spürte. Frau Hübner sprach von der „deutsche[n] Einheit als Geschenk“. Zum Abschluss wurde gefragt, was Freiheit für die Zeitzeugen bedeutet. Herr Doktor Eisel beschrieb Freiheit als „eine fröhliche Angelegenheit“, Frau Hübner beschrieb sie als die Möglichkeit der freien Entscheidung über die Wege des eigenen Lebens und Herr Bickhardt als den Einsatz für die Unfreien.

Am Freitag, den 23. September, besuchte Herr Bickhardt noch einen der Geschichtszusatzkurse der Q2 im Unterricht und bot die Möglichkeit der Beantwortung noch offen gebliebener Fragen des vorherigen Abends. Die Unterrichtsstunde musste schlussendlich durch den Schulgong beendet werden, da die SchülerInnen ihr großes Interesse in ihrer Vielzahl an Fragen widerspiegelten.